Die amerikanische Küche gilt ja allgemein nicht als die allerfeinste. Man denkt an Burgers und Steak und vielleicht noch was südliches, eintopfiges. Essen in Kalifornien ist anders: hier gibt es wunderbares Essen und eine eigene Küche, die als California Cuisine bezeichnet wird.

Essen in Kalifornien: California Cuisine
Essen in Kalifornien

California Cuisine – frisch, regional und mit viel Fisch

Californian Cuisine ist geprägt von den vielen Kulturen, die sich hier niedergelassen haben. Asiatische, europäische und lateinamerikanische Einflüsse werden gepaart mit dem frischen Obst und Gemüse, das hier im Central Valley wächst und frischem Fisch, der aus dem Pazifik kommt – jedenfalls idealerweise. Diese Küche ist relativ leicht, nicht fettreich und recht gesund. Gute, frische und regionale Zutaten sind wichtig. Große Beachtung wird auch der Präsentation geschenkt, in guten Restaurants sind die Gerichte oft kleine Kunstwerke.

Gute Restaurants, die Californian Cuisine anbieten, sind nicht billig, aber wer es sich leisten kann und Spaß an gutem Essen hat sollte sie probieren. Am besten zusammen mit einem guten kalifornischen Wein, oder als „Tasting Menu“ bei dem man viele kleine Gänge bekommt und von daher viel probieren kann. Oft gibt es diese mit der Option gegen Aufpreis ein Glas eines passenden Weins zu bekommen.

Da man sich den Spaß nicht jeden Tag leisten kann, hier ein paar Worte über die Speisen und Restaurants, die man hier sonst sehr viel findet.

Mexikanische Küche
Essen in Kalifornien

Gut und füllend aber nicht ganz gesund – der mit Käse überbackene Burrito.

Allseits beliebt und in der Regel billig. Gesund ist allerdings anders. Die Restaurants heissen Maria’s Cantina, Taqueria Latina oder Tacos Jalapa. Man bekommt meist die üblichen Gerichte: Burritos, in Tortillas eingewickelten Reis, Fleisch, Bohnen und Käse. Tacos, kleine Maistortillas mit Fleisch nach Wahl, Zwiebeln und Tomaten , Flautas, was so eine Art dünner frittierter Burrito ist oder Quesadillas, also Tortillas gefüllt mit Käse und nach Wunsch Fleisch. Zu allem und immer gibt es Mais-Chips und scharfe Tomaten-Salsa, beides gibt es meist umsonst, das gehört sozusagen zum Gedeck. Dann gehört noch zwingend Pico de Gallo (kleingeschnittene Tomate, Zwiebeln und Korianderblätter), Guacamole und Sauerrahm zu fast allem. Kalorienarm ist anders. Lecker schmeckt es allerdings und es hat noch andere Vorteile: selbst die heikelsten Kinder essen in der Regel Quesadilla, man findet absolut überall Mexikaner, manchmal sogar nur Mexikaner, mexikanisch gehört zu den billigeren Essen und macht satt. Die Chance stehen also gut, dass jeder Kalifornienurlauber mehr als einmal mexikanisch Essen wird und sich früher oder später zu Hause in Deutschland nach einem leckeren Burrito sehnt. Scharf kann Mexikanisch schon sein, man muss vor allem bei der Salsa zu den Chips aufpassen. Die meisten Mexikaner haben sich allerdings auf den amerikanischen Geschmack eingestellt und halten sich mit dem Chili zurück.

Eine kurze Ausspechhilfe: im Spanischen wird ein doppel-L wie j ausgesprochen, man bestellt also Tor-ti-jas nicht Tor-ti-las und Que-sa-di-jas (das qu wird wir K ausgesprochen).

Wer zur Quesadilla ein Bier mag, kann sich ein Corona bestellen, deutlich besser als die übliche amerikanischen Biere, wie Miller oder Budweiser. Man muss allerdings bedenken – und das gilt nicht nur für Mexikaner – dass viele, gerade kleinere Restaurants keine Alkohol-Lizenz haben. Dann heißt es Wasser oder Cola trinken, oder Horchata (Reismilch – man muss es sehr süß mögen) oder Jamaica (eine Art Limo von Hibiscus-Blüten) ausprobieren.

Mexikanisches Essen in Kalifornien ist meist nicht 100% authentisch, in Mexiko gibt es viele regionale Küchen aber es ist deutlich authentischer als alles, was ich bislang in Europa als mexikanisches Essen bekommen habe.

Japanische Küche
Essen in Kalifornien

Es muss nicht immer Sushi sein: Udon Suppe und ein bisschen Sashimi – lecker!

Japanisches essen ist ja mittlerweile auch in Deutschland beliebt aber man findet in Kalifornien viel mehr, besseres und billigeres japanisches Essen. Japanisch ist in vieler Hinsicht das Gegenteil zum mexikanischen Essen: statt riesiger Burritos, gestopft voll mit Kohlenhydraten und Fleisch gibt es kleine, delikate Stückchen vom rohen oder gekochten Fisch, etwas Reis und Seetang, Gemüse, eingelegten Ingwer mit Wasabi-Meerrettich, eine Brühe mit ein paar Würfelchen Tofu und Sake in winzigen Becherchen. Aber lecker! Wenn man Fisch mag. Natürlich muss man Sushi essen – wenn man rohen Fisch mag – am lustigsten sind die Sushi-Boot Restaurants wo Sushi-Tellerchen auf kleinen Booten in einem künstliche Wasserweg an der Bar entlangfahren und man sich die Tellerchen je nach Bedarf herunternimmt. Die weniger coole Version hat eine Art Förderband – funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip. Die Tellerchen sind verschieden angemalt und kosten verschieden viel. Bei unserem Stamm-Japaner, z.B. sind die grünen die billigsten, dann die gelben, roten und pinken – aber das ist überall verschieden.

Sashimi ist mehr oder weniger Sushi ohne Reis, also nur der rohe Fisch oft mit einer Garnitur aus dünnen „Fäden“ Rettich. Beides muss man (eigentlich nicht, aber sollte man) mit Wasabi essen. Den Wasabi gut in Sojasauce auflösen, sonst haut er einem die Nasenschleimhäute durch – Meerrettich eben!

Alternativen zum rohen Fisch

Wer keinen rohen Fisch mag und vor allem die Kinder finden Teriyaki Gerichte lecker. Fleisch oder Fisch in einer braunen, würzigen aber nicht scharfen Sauce gekocht und mit Reis serviert.

Was auch immer gut schmeckt, aber nicht ganz so japanisch leicht wie anderes ist Tempura: Gemüse, Kartoffelscheiben und Shrimp in einem Teig frittiert mit einer leichten Sauce zum Dippen. Nudelsuppen wie Udon oder Ramen sind oft eine gute Alternative.

Japanische Küche ist für mich der Inbegriff von frischer, leichter Kost mit wenigen Zutaten, aber sehr gut. Da wird in der Regel (außer das Restaurant ist sehr amerikanisiert) auch nicht übertrieben: keine Riesenportionen, nicht Doppel-Käse und Dreifach-Schokolade und „mehr ist besser“ Mentalität. Beim Sushi essen sollte man immer im Auge behalten wo man ist, entlang der Küste: immer. In größeren Städten oder touristischen Gebieten: auch.  In einem kleinen Dorf im Central Valley oder der Sierra – kann gut sein, aber vermutlich fährt man in einem Dorf mit 80% Latinos besser mit einem Taco als mit einer Rainbow-Roll und in der Sierra ist ein Burger angesagt.

Es gibt noch viel mehr köstliches Essen in Kalifornien zu entdecken, mehr dazu ein andermal.